Gestapelte Wellpappe-Faltkartons und Kraftpapier als Versandverpackung
Bild: Verpackungsrunde

Transportverpackung

Teil von Verpackungsmaterial auswählen: Eigenschaften, Normen und Kosten

7 Verpackungsmaterialien für Produktion und Handel

Verpackungsmaterialien Liste: sieben Materialien von Wellpappe bis Glas mit Eigenschaften, Normen und typischen Kosten in Euro netto zzgl. 19 Prozent MwSt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sieben Materialien decken den größten Teil der Transport- und Verkaufsverpackungen ab: Wellpappe, Papier, PE-Folie, PET, Aluminium, Glas und Holz.
  • Auswahlkriterien sind Produktschutz, Barriere gegen Feuchtigkeit und Sauerstoff, Gewicht, Recyclingfähigkeit und Stückkosten.
  • Für Wellpappe gilt DIN 55468-1, für Aluminiumfolien DIN EN 546-1, bei Lebensmittelkontakt greifen die EU-Verordnungen Nr. 10/2011 und Nr. 1935/2004.
  • Richtpreise reichen von 0,10 Euro je PET-Flasche bis 25 Euro je neuer Holzpalette, jeweils netto zzgl. 19 Prozent MwSt.
  • Norm, Abnahmemenge und Entsorgungsweg verschieben die Stückkosten stärker als der reine Materialpreis.

Die sieben Materialien im Überblick

Die Tabelle ordnet die Materialien nach Einsatzbereich, Eigenschaften, Norm und Richtpreis. Die Preise sind marktübliche Orientierungswerte für mittlere Abnahmemengen und dienen als Verhandlungsbasis.

Sieben Verpackungsmaterialien im Vergleich

Wellpappe

Einsatzbereich
Versandkartons, Trays
Eigenschaften
leicht, druckstabil
Norm
DIN 55468-1
Richtpreis netto
0,40–1,20 €/Karton

Papier

Einsatzbereich
Einschlag, Beutel
Eigenschaften
reißfest, lebensmittelecht
Norm
BfR XXXVI
Richtpreis netto
0,90–1,50 €/kg

PE-Folie

Einsatzbereich
Stretch, Schrumpf
Eigenschaften
flexibel, feuchtigkeitsdicht
Norm
EU Nr. 10/2011
Richtpreis netto
1,30–1,80 €/kg

PET

Einsatzbereich
Flaschen, Blister
Eigenschaften
klar, formstabil
Norm
EU Nr. 10/2011
Richtpreis netto
0,10–0,30 €/Flasche
MaterialEinsatzbereichEigenschaftenNorm oder RegelwerkRichtpreis netto
WellpappeVersandkartons, Traysleicht, druckstabil, bedruckbarDIN 55468-10,40 bis 1,20 Euro je Faltkarton
PapierEinschlag, Beutel, Füllmaterialreißfest, lebensmittelechtBfR-Empfehlung XXXVI0,90 bis 1,50 Euro je Kilogramm
PE-FolieStretch, Schrumpf, Beutelflexibel, feuchtigkeitsdichtEU Nr. 10/20111,30 bis 1,80 Euro je Kilogramm
PETFlaschen, Blister, Traysklar, formstabil, recycelbarEU Nr. 10/2011, Pfand 0,25 Euro0,10 bis 0,30 Euro je 0,5-Liter-Flasche
AluminiumFolien, Deckel, TubenLicht- und AromabarriereDIN EN 546-14 bis 8 Euro je Kilogramm
GlasGetränke, Konservengeschmacksneutral, schwerEU Nr. 1935/20040,15 bis 0,45 Euro je Mehrwegflasche
HolzPaletten, Kistenhohe Traglast, reparierbarISPM 1515 bis 25 Euro je EUR-Flachpalette

Wellpappe und Papier für den Versand

Wellpappe besteht aus einer gewellten Lage zwischen zwei Decklagen und nimmt Stapel- und Flächenlasten gut auf. Faltkartons lassen sich stanzen, kleben und mehrfarbig bedrucken. Sorten, Festigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit regelt in Deutschland DIN 55468-1. Dieses und weitere Regelwerke betreut der Normenausschuss Verpackungswesen beim DIN.

Papier und Kraftpapier dienen als Einschlag, Beutel, Zwischenlage und Füllmaterial. Sie sind leicht und reißfest, für Lebensmittelkontakt gilt die BfR-Empfehlung XXXVI. Altpapier wird nach DIN EN 643 sortiert, was den Einkauf von Recyclingqualitäten erleichtert. Wie sich Transport- und Verkaufsverpackungen in der Umweltbilanz unterscheiden, beschreibt das Umweltbundesamt in seinem Verpackungsportal.

PE-Folie und PET aus Kunststoff

Polyethylen-Folie ist flexibel, siegelfähig und sperrt Feuchtigkeit gut ab. Als Stretchfolie sichert sie Paletten, als Schrumpffolie bündelt sie Gebinde, als Beutelfolie schützt sie Bauteile. Ohne zusätzliche Schichten bleibt die Sauerstoffbarriere gering, für Lebensmittelkontakt gilt die EU-Verordnung Nr. 10/2011.

PET ist klar, leicht und formstabil und wird für Getränkeflaschen, Blister und Trays verwendet. Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff sind in Deutschland pfandpflichtig, das Pfand beträgt 0,25 Euro je Flasche. Verpackungsabfälle und Recyclingquoten der Mitgliedstaaten führt Eurostat in einem eigenen Datensatz.

Aluminium, Glas und Holz

Aluminiumfolien ab etwa sechs Mikrometern Dicke sperren Licht, Sauerstoff und Aromen nahezu vollständig ab. Sie sind faltbar, hitzebeständig und eignen sich für Deckel, Tuben und Portionspackungen. Die technischen Lieferbedingungen regelt DIN EN 546-1, der Preis folgt der Notierung an der London Metal Exchange.

Glas ist geschmacksneutral, heiß abfüllbar und mehrfach befüllbar. Gewicht und Bruchrisiko erhöhen Transportkosten und Aufwand für die Ladungssicherung. Für den Lebensmittelkontakt gilt die EU-Verordnung Nr. 1935/2004.

Holz trägt schwere Lasten und lässt sich reparieren. Paletten und Kisten für den Export müssen nach ISPM 15 behandelt und mit dem IPPC-Stempel gekennzeichnet sein. Die EUR-Flachpalette ist tauschfähig, sodass sich Anschaffung und Rücklauf gegeneinander rechnen lassen.

Normen, Abnahmemenge und Kalkulation

Der Materialpreis allein sagt wenig über die Stückkosten. Bedruckung, Veredelung, Werkzeugkosten, Verpackungsmaschinen und Entsorgung schlagen je nach Fall stärker zu. Prüfen Sie deshalb, welche Norm Ihr Produkt verlangt und welche Mindestabnahmemenge gilt.

Weisen Sie Preise immer netto aus und rechnen Sie 19 Prozent MwSt. getrennt, weil Verpackungsmaterialien dem Regelsteuersatz unterliegen. Bei Pfandflaschen kommt das Pfand als durchlaufender Posten hinzu.

Beispielrechnung: 1.000 Versandkartons

Angenommen, Sie kaufen 1.000 zweiwellige Faltkartons mit den Maßen 600 x 400 x 400 Millimeter, einfarbig bedruckt, in einer Lieferung. Der Richtpreis liegt bei 1,00 Euro netto je Karton. Daraus ergeben sich 1.000 Euro netto, 190 Euro MwSt. und 1.190 Euro brutto.

Bei 0,80 Euro netto je Karton sinkt die Rechnung auf 800 Euro netto und 952 Euro brutto. Zwanzig Cent Preisunterschied je Stück verändern die Gesamtkosten um 200 Euro netto. Solche Beispielrechnungen helfen beim Angebotsvergleich.

Häufige Fragen

Welches Verpackungsmaterial eignet sich für Lebensmittel?

Kunststoffe wie PE und PET fallen unter die EU-Verordnung Nr. 10/2011, Glas und Aluminium unter Nr. 1935/2004, Papier unter die BfR-Empfehlung XXXVI.

Wann lohnt sich Mehrweg?

Bei kurzen Transportwegen und vielen Umläufen, etwa bei Glasflaschen und EUR-Flachpaletten im Pool.

Wie teuer ist Verpackungsmaterial im Einkauf?

Orientierungspreise liegen zwischen 0,10 Euro und 25 Euro netto je Einheit. Abnahmemenge, Bedruckung und Rohstoffnotierung verschieben sie deutlich.

Welche Normen sind für Verpackungen wichtig?

DIN 55468-1 für Wellpappe, DIN EN 546-1 für Aluminiumfolien, DIN EN 643 für Altpapier und ISPM 15 für Holzverpackungen im Export.

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