Verkaufsverpackungen aus Karton, Wellpappe, Kunststoff, Glas und Metall auf Förderband
Bild: Verpackungsrunde

Verkaufsverpackung

Teil von Verkaufsverpackung gestalten: Recht, Material und Kundenwirkung

5 Materialien für Verkaufsverpackungen und ihre Eigenschaften

Materialien für Verkaufsverpackungen im Vergleich: Karton, Wellpappe, Kunststoff, Glas und Metall mit Eigenschaften, Recyclingfähigkeit und Beispielkosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Karton und Wellpappe sind leicht, gut bedruckbar und werden in Deutschland stofflich verwertet.
  • Kunststoff wiegt wenig und ist formfrei, verliert bei Mehrschichtverbunden aber an Recyclingfähigkeit.
  • Glas und Metall bieten hohe Barrieren und lassen sich mehrfach einschmelzen.
  • Die Beispielkosten liegen je Stück zwischen 0,10 und 1,20 Euro netto, zzgl. 19 Prozent MwSt.
  • Füllgut, Schutzbedarf, Logistikweg und die Vorgaben der EU-Verpackungsverordnung bestimmen die Wahl.

Karton: leichte Basis für Faltschachteln

Karton ist der Klassiker unter den Materialien für Verkaufsverpackungen im Regal. Faltschachteln aus Recyclingkarton oder Frischfaser wiegen wenig und lassen sich im Offset- oder Digitaldruck hochwertig bedrucken.

Sie schützen das Füllgut vor Staub und Licht, bieten aber kaum Barriere gegen Feuchtigkeit oder Sauerstoff. Empfindliche Produkte brauchen deshalb zusätzlich eine Innenfolie, einen Beutel oder eine Lackierung.

Wie das Umweltbundesamt zu Verpackungen ausführt, werden gebrauchte Verpackungen in Deutschland getrennt gesammelt und stofflich verwertet. Beispielrechnung: Eine Faltschachtel für Kosmetik kostet bei mittlerer Auflage etwa 0,20 bis 0,60 Euro netto, zzgl. 19 Prozent Umsatzsteuer.

Wellpappe: Stabilität und Polsterung in einem

Wellpappe besteht aus mindestens einer gewellten Lage zwischen zwei Deckschichten. Diese Konstruktion macht sie leicht und stabil zugleich, weshalb sie im Versand dominiert.

Für Verkaufsverpackungen eignet sie sich bei schwereren Produkten, bei Sets oder als bedruckte Trageverpackung. Wellrichtung und Lagenzahl bestimmen die Belastbarkeit.

Wie Karton läuft Wellpappe über die Altpapiersammlung, saugt aber Feuchtigkeit auf und verliert dann an Festigkeit. Beispiel: Eine bedruckte Wellpappschachtel für Elektronikzubehör liegt bei 0,35 bis 1,20 Euro netto je Stück, zzgl. Umsatzsteuer.

Kunststoff: leicht, formbar, oft im Verbund

Kunststoff lässt sich in nahezu jede Form bringen und wiegt deutlich weniger als Glas. Dadurch sinken Transportkosten, und die Bilanz pro Verpackung fällt häufig günstiger aus.

Flaschen, Becher, Folien und Tuben bestehen meist aus PET, PP, PE oder PS. Mehrschichtverbunde lassen sich kaum trennen und erschweren das Recycling. Monomaterialien und Rezyklate gelten deshalb als recyclingfreundlich.

Die Europäische Umweltagentur zu Abfall und Recycling beschreibt, wie sich Abfallmengen und Recyclingquoten in der EU entwickeln. Beispiel: Eine PET-Flasche für 500 Milliliter kostet je nach Rezyklatanteil etwa 0,15 bis 0,40 Euro netto, zzgl. 19 Prozent Umsatzsteuer.

Glas: schwer, inert und mehrwegfähig

Glas ist chemisch inert, geschmacksneutral und für Getränke, Lebensmittel und Kosmetik bewährt. Es lässt sich beliebig oft einschmelzen, ohne an Qualität zu verlieren.

Nachteile sind das hohe Gewicht, das Bruchrisiko und der Energiebedarf der Herstellung. Mehrwegflaschen aus Glas laufen in Deutschland über Pool-Systeme und Pfand zurück.

Die Verbraucherzentrale zur Abfalltrennung erklärt, welche Verpackungen in welche Sammlung gehören und wie Pfandsysteme funktionieren. Beispielrechnung: Eine 0,33-Liter-Mehrwegflasche kostet über den Umlauf gerechnet etwa 0,20 bis 0,50 Euro netto, zzgl. Umsatzsteuer.

Metall: hohe Barriere für empfindliche Füllgüter

Aluminium und Weißblech bieten eine sehr hohe Barriere gegen Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit. Dosen und Tuben schützen daher Lebensmittel, Lacke oder Pharmaerzeugnisse.

Metall ist leicht, stabil und in Sortieranlagen gut erfassbar. Aluminiumdosen sind dünnwandig, Weißblech ist mechanisch robuster. Beispiel: Eine Getränkedose für 0,33 Liter kostet je nach Abnahmemenge und Bedruckung etwa 0,10 bis 0,30 Euro netto, zzgl. Umsatzsteuer.

Eigenschaften und Beispielkosten im Vergleich

MaterialGewichtRecyclingfähigkeitBeispielkosten je StückTypische Einsatzgebiete
Kartonsehr geringhoch0,20 bis 0,60 EuroKosmetik, Lebensmittel, Pharma
Wellpappegeringhoch0,35 bis 1,20 EuroElektronik, Sets, Versand
Kunststoffsehr geringmittel bis hoch0,15 bis 0,40 EuroGetränke, Pflege, Lebensmittel
Glashochsehr hoch0,20 bis 0,50 EuroGetränke, Konserven, Kosmetik
Metallgeringsehr hoch0,10 bis 0,30 EuroGetränke, Konserven, Farben

Alle Werte sind Nettobeispiele für mittlere Auflagen, zzgl. 19 Prozent Umsatzsteuer. Die tatsächlichen Preise hängen von Menge, Bedruckung, Veredelung und Einkaufsweg ab.

Normen prüfen, bevor Sie sich entscheiden

Vor der Materialwahl lohnt ein Blick auf die passenden Normen. Der Normenausschuss Verpackungswesen beim DIN erarbeitet Prüf- und Packmittelnormen für Packstoffe und Packhilfsmittel.

Sie legen etwa Maße, Festigkeiten und Prüfbedingungen fest und machen Angebote vergleichbar. Prüfen Sie außerdem, ob das Material die Vorgaben der EU-Verpackungsverordnung zur Recyclingfähigkeit erfüllt.

Häufige Fragen

Welches Material ist am besten recycelbar?

Glas und Metall lassen sich nahezu unbegrenzt einschmelzen. Karton und Wellpappe werden stofflich verwertet. Kunststoffe hängen von Sortierbarkeit und Verbundaufbau ab.

Warum ist Wellpappe oft günstiger als Glas?

Wellpappe ist leicht und besteht aus nachwachsendem Rohstoff. Glas verursacht durch sein Gewicht höhere Transportkosten und braucht in der Herstellung mehr Energie.

Wann lohnt sich eine Mehrwegverpackung?

Mehrweg lohnt bei kurzen Wegen, hohen Stückzahlen und stabilen Kreisläufen, etwa in der Getränkeabfüllung. Bei kleinen Mengen und weiten Wegen kippt die Rechnung häufig.

Muss ich Normen beachten?

Ja. Normen regeln Prüfverfahren, Maße und Festigkeiten von Packmitteln. Sie erleichtern den Vergleich von Angeboten und die Qualitätssicherung.

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