Verkaufsverpackung
Teil von Verkaufsverpackung gestalten: Recht, Material und Kundenwirkung
Was kostet eine Verkaufsverpackung? Preise und Gebühren
Verkaufsverpackung Kosten: Materialpreise von 0,10 bis 0,50 Euro, Lizenzgebühren nach VerpackG von 0,05 bis 0,30 Euro, plus Rechenbeispiel und Quellen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Faltschachtel kostet 0,10 bis 0,50 Euro netto pro Stück.
- Die Lizenzgebühr nach dem Verpackungsgesetz liegt bei 0,05 bis 0,30 Euro pro Verpackung.
- Materialpreis und Systembeteiligung sind getrennte Kostenblöcke.
- Bei 10.000 Faltschachteln summiert sich die Charge auf rund 2.700 Euro netto.
- Die Registrierung im Verpackungsregister kostet nichts.
Materialkosten: Faltschachtel, Etikett und Kunststoff
Der Stückpreis hängt von Format, Kartonqualität und Auflage ab. Für eine einfarbige Faltschachtel aus Recyclingkarton liegt der Richtwert bei 0,10 bis 0,50 Euro netto. Kleine Auflagen unter 5.000 Stück liegen am oberen Rand, weil Rüstkosten auf wenige Einheiten verteilt werden.
Sonderformate mit UV-Lack oder Fensterausstanzung kosten mehr als Standardzuschnitte. Auch die Bedruckung zählt: Vierfarbdruck verteuert die Schachtel um mehrere Cent gegenüber einfarbigem Aufdruck. Hinzu kommt die Transportverpackung.
Bei Wellpappe rechnen Einkäufer mit Gewicht statt Stückzahl. Der Preis liegt je nach Grammatur im niedrigen Cent-Bereich pro Quadratmeter. Etiketten und Beipackzettel fallen separat ins Gewicht, ebenso Deckel und Verschlüsse aus Kunststoff.
Kunststoffverpackungen wie Beutel und Schalen werden nach Gewicht und Folienstärke kalkuliert. Glasbehälter haben höhere Stückkosten, lassen sich aber mehrfach verwenden.
Tabelle: Zwei Kostenblöcke getrennt kalkulieren
| Kostenblock | Größenordnung netto | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Material Faltschachtel | 0,10 bis 0,50 Euro | pro Stück |
| Lizenzgebühr Systembeteiligung | 0,05 bis 0,30 Euro | pro Verpackung |
| Registrierung im Verpackungsregister | keine Gebühr | pro Hersteller |
| Meldung der Mengen | keine Gebühr | pro Kalenderjahr |
Material und Pflichtkosten schwanken unterschiedlich stark. Deshalb gehören beide Blöcke in getrennte Zeilen der Kalkulation.
Lizenzgebühren nach dem Verpackungsgesetz
Wer befüllte Verkaufsverpackungen an Endverbraucher abgibt, muss sie bei einem dualen System beteiligen. Diese Pflicht steht im Verpackungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2019 gilt. Sie trifft Hersteller, Abfüller und Händler mit Eigenmarken.
Beteiligungspflichtig sind Verpackungen, die typischerweise beim privaten Endverbraucher anfallen. Faltschachteln, Folien und Etiketten gehören dazu. Paletten und Umkartons, die im Handel bleiben, sind meist nicht beteiligungspflichtig.
Die Gebühr richtet sich nach Materialart und Gewicht, nicht nach dem Warenwert. Duale Systeme rechnen in Euro pro Kilogramm. Papier und Karton sind günstiger als Kunststoff, Glas und Verbundmaterialien teurer. Umgerechnet auf das Stück ergeben sich 0,05 bis 0,30 Euro pro Verpackung.
Für Materialvergleiche und die Einordnung in die Produktverantwortung liefert das Umweltbundesamt eine eigene Übersicht.
Vor der Beteiligung steht die Registrierung. Das Verpackungsregister LUCID führt die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR). Die Industrie- und Handelskammern informieren Betriebe über Meldepflichten und Fristen.
Rechenbeispiel für 10.000 Faltschachteln
Eine Faltschachtel kostet 0,18 Euro netto, bei 10.000 Stück sind das 1.800 Euro. Die Lizenzgebühr beträgt 0,09 Euro pro Stück, also 900 Euro. Beide Blöcke ergeben 2.700 Euro netto. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer liegt die Rechnung bei 3.213 Euro.
Bei einer Lizenzgebühr von 0,05 Euro pro Stück sinken die Nebenkosten für dieselbe Menge auf 500 Euro. Steigt die Menge auf 50.000 Stück, sinkt der Materialpreis häufig auf 0,12 Euro pro Stück. Die Lizenzgebühr bleibt am Stück gleich, weil sie am Gewicht hängt. Das ist eine Beispielrechnung mit angenommenen Sätzen, keine Preisliste.
Was die Preise zusätzlich bewegt
Rohstoffpreise für Zellstoff und Kunststoff schwanken und schlagen mit Verzögerung auf Angebote durch. Auch Veredelung, Lagerung und Lieferweg kosten Geld. Konjunktur- und Strukturdaten für die Verpackungsindustrie stellt das Statistische Bundesamt bereit.
Mindestbestellmengen und Frachtkosten können den Stückpreis stärker bewegen als das Material selbst. Verhandeln Sie Staffelpreise ab 10.000 Stück und fragen Sie nach Standardformaten. Standardzuschnitte sind günstiger als Sonderanfertigungen, weil Werkzeugkosten entfallen.
Häufige Fragen
Wer muss Verkaufsverpackungen lizenzieren?
Alle, die befüllte Verkaufsverpackungen erstmals an Endverbraucher abgeben. Das sind Hersteller, Abfüller und Händler mit Eigenmarken.
Wie hoch ist die Umsatzsteuer auf Verpackungen?
Für Verpackungsmaterial und Lizenzgebühren gilt der Regelsteuersatz von 19 Prozent. Alle genannten Beträge sind Nettowerte.
Was kostet die Registrierung im Verpackungsregister?
Die Registrierung bei der ZSVR ist gebührenfrei. Kosten entstehen erst durch die Systembeteiligung bei einem dualen System.
Gilt die Lizenzpflicht auch für Transportverpackungen?
Transportverpackungen sind in der Regel nicht systembeteiligungspflichtig, weil sie beim Handel anfallen. Registrieren lassen muss man sie seit dem 1. Juli 2022 dennoch.
Wie oft müssen Mengen gemeldet werden?
Die Mengen werden jährlich erfasst und getrennt nach Materialart an das System gemeldet. Größere Unternehmen geben zusätzlich eine Vollständigkeitserklärung ab.