Transportverpackung

Teil von Transportverpackung: Normen, Materialien und Prüfungen im Überblick

Transportverpackungen im Vergleich: Wellpappe, Holz und Kunststoff

Transportverpackungen im Vergleich: Wie sich Wellpappe, Holz und Kunststoff bei Stabilität, Gewicht, Recycling und Kosten je Einheit unterscheiden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wellpappe ist leicht und flach lieferbar, Holz trägt hohe Lasten, Kunststoff lässt sich mehrfach nutzen.
  • DIN EN ISO 12048 macht Stabilitätswerte vergleichbar, DIN 55405 regelt die Begriffe.
  • Benannte Anbieter: Smurfit Kappa, DS Smith, Thimm und Klingele für Wellpappe, EPAL-lizenzierte Hersteller und HPE-Mitglieder für Holz, Craemer, SSI Schäfer, BITO und IFCO für Kunststoff.
  • Die Kosten je Einheit reichen im Beispiel von 2,14 Euro bis 49,98 Euro brutto.
  • Recyclingfähigkeit entscheidet sich an Materialmix und Sortierung.

Vier Kriterien für den Materialvergleich

Transportverpackungen schützen Güter zwischen Werk, Lager und Empfänger. Wer Wellpappe, Holz und Kunststoff gegeneinander abwägt, braucht vier messbare Größen: Stabilität, Eigengewicht, Verwertungsweg und Kosten je Einheit. Nur so entsteht eine Entscheidung, die sich im Einkauf begründen lässt.

Nackte Materialdaten sagen wenig, der Prüfaufbau entscheidet. Die Stauchprüfung nach DIN EN ISO 12048 drückt ein versandfertiges Packstück zwischen zwei Platten und zeichnet Kraft und Verformung auf. Werte sind nur vergleichbar, wenn Füllgrad, Klima und Prüfgeschwindigkeit übereinstimmen. Für solche Normen ist der Normenausschuss Verpackungswesen (NAVp) beim DIN zuständig.

Begriffe und Maße regelt DIN 55405. Die Norm legt die Terminologie für Packmittel und Packstoffe fest. Wer Angebote vergleicht, nutzt dieselben Bezeichnungen, sonst stehen Kiste, Schachtel und Steige nebeneinander, ohne dass dieselben Bauteile gemeint sind. Wie Normen entstehen und gelten, beschreibt das DIN in seinem Überblick zu DIN-Normen.

Ein Elektronikversender gewichtet Stabilität höher als Kosten, ein Textilhändler eher das Volumen.

Stabilität und Gewicht im Vergleich

Kriterium Wellpappe Holz Kunststoff
Eigengewicht gering hoch mittel
Punktlast begrenzt sehr hoch hoch
Feuchte empfindlich bedingt geeignet unempfindlich
Mehrweg selten begrenzt häufig
Verwertung Altpapier Altholz sortenrein

Wellpappe wiegt am wenigsten und kommt flach angelegt, was Lagerfläche spart. Ihre Steifigkeit hängt von Wellenart, Papierqualität und Klebeverbindung ab. Zweiwellige Sorten tragen mehr als einwellige.

Holz hält Punktlasten und Stapeldruck deutlich besser und bleibt auch bei Feuchte formstabil. Es kostet Gewicht und Volumen. Bei Holz trennt der Markt zwischen Kisten, Verschlägen, Lattenkisten und Paletten, Sperrholz und Massivholz verhalten sich unterschiedlich.

Kunststoffbehälter liegen dazwischen: schwerer als Wellpappe, leichter als Massivholzkisten, mehrfach nutzbar und reinigungsfähig. Bei ihnen zählen Wandstärke, Verrippung und Verschluss.

Anbieter und Systeme im Überblick

Material Anbieter und Systeme Typische Produkte Nutzungsmodell
Wellpappe Smurfit Kappa, DS Smith, Thimm, Klingele Transportkartons, Faltkisten, Einlagen Einweg, Rücknahme über Altpapier
Holz EPAL-lizenzierte Hersteller, HPE-Mitglieder, CHEP und LPR Europalette, Sperrholzkiste, Verschlag Einweg oder Pooling-Umlauf
Kunststoff Craemer, SSI Schäfer, BITO, Schoeller Allibert, IFCO Steckbehälter, Kunststoffpalette, Klappbox Mehrweg, Leasing und Pooling

Smurfit Kappa, DS Smith, Thimm und Klingele produzieren Wellpappverpackungen in Deutschland und liefern Zuschnitte nach Maß. Viele Hersteller ergänzen Faltkisten und Einlagen für den Versand.

Holzverpackungen bauen Sägewerke und Kistenbauer, häufig regional. Die European Pallet Association (EPAL) lizenziert Hersteller der Europalette, der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) vertritt die Branche. Im Pooling arbeiten CHEP und LPR mit tauschfähigen Paletten und Behältern.

Kunststoff-Mehrweg kommt von Craemer, SSI Schäfer, BITO und Schoeller Allibert, im Frischebereich von IFCO mit Klappboxen im Umlauf.

Für den Einkauf ist der Anbietervergleich zugleich ein Systemvergleich. Ein Kartonlieferant verkauft Einweg, ein Pooling-Anbieter verkauft Umläufe, Waschen und Rücktransport.

Kosten je Einheit in Euro mit Mehrwertsteuer

Ausführung Nettopreis je Stück Preis inkl. 19 % MwSt.
Wellpappkarton, zweiwellig, 600 x 400 x 400 mm 1,80 EUR 2,14 EUR
Sperrholzkiste, 1200 x 800 x 600 mm 42,00 EUR 49,98 EUR
HDPE-Steckbehälter, 600 x 400 x 280 mm 28,00 EUR 33,32 EUR

Listenpreise schwanken mit Format, Stückzahl und Lieferant. Die folgende Beispielrechnung nutzt angenommene Nettopreise, weil reale Angebote nur für konkrete Ausschreibungen gelten. Der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent ist eingerechnet.

Beispielrechnung: Bei 5.000 Packstücken im Jahr kostet der zweiwellige Wellpappkarton 9.000 Euro netto, mit 19 Prozent Mehrwertsteuer 10.710 Euro. Bei 200 Kunststoffbehältern im Umlauf sind es 5.600 Euro netto, also 6.664 Euro brutto. Rücktransport und Reinigung kommen hinzu.

Einwegverpackungen verursachen bei jeder Sendung neue Kosten. Mehrweg verlagert sie in Anschaffung, Rücktransport und Reinigung. Bei kurzen Wegen im Werkverkehr sind Mehrwegbehälter meist im Vorteil.

Recyclingfähigkeit und Entsorgung

Wellpappe läuft überwiegend über den Altpapierkreislauf und wird zu neuem Papier oder Karton. Das Umweltbundesamt beschreibt Verpackungen und ihre Verwertung und welche Materialgruppen getrennt erfasst werden.

Holzverpackungen gehen je nach Belastung in die stoffliche Verwertung als Spanplattenrohstoff oder in die energetische Verwertung. Sortenreines Altholz lässt sich leichter weiterverarbeiten als behandeltes oder verunreinigtes Material.

Kunststoffbehälter sind nur im Vorteil, wenn sie sortenrein sind und oft genug zurückkommen. Gemischte Verbundmaterialien erschweren die Sortierung. Die Europäische Umweltagentur beschreibt die Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft in Europa und nennt Mehrweg und Recycling als zentrale Hebel.

Für den Einkauf folgt daraus: Ein Material, das sich sortenrein trennen lässt, senkt spätere Entsorgungskosten.

Häufige Fragen

Wann ist eine Holzverpackung sinnvoll?

Bei schweren, sperrigen oder feuchteempfindlichen Gütern, wenn Punktlasten und Stapeldruck hoch sind und Mehrwegbehälter zu klein ausfallen.

Was prüft DIN EN ISO 12048?

Die Stauchprüfung an versandfertigen Packstücken mit einer Druckprüfmaschine. Der Versuch liefert Vergleichswerte für Stapeldruck und Verformung.

Ab welcher Umlaufzahl rechnet sich Mehrweg?

Der Anschaffungspreis allein sagt wenig. Im Beispiel liegt der Kunststoffbehälter ab etwa 16 Umläufen unter dem Einwegkarton, ohne Rücktransport und Reinigung.

Zählt die Mehrwertsteuer beim Vergleich mit?

Für die Budgetplanung ist der Bruttopreis maßgeblich. Vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe kalkulieren mit Nettopreisen, weil die Umsatzsteuer erstattet wird.

Ersetzt Wellpappe Holz vollständig?

Bei schweren Maschinen und Anlagen nein. Dort bleiben Kisten und Verschläge aus Holz die Regel.

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