Verpackungslieferanten
Teil von Verpackungslieferanten finden und bewerten: Kriterien und Quellen
Verpackungslieferanten im Vergleich: Direkt oder über Händler
Verpackungslieferanten im Vergleich: Direktbezug bei Herstellern wie Thimm oder SÜDPACK gegen Händler wie RAJA, mit Preisen netto, Mindestmengen und Lieferzeiten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Direktbezug bei Herstellern wie Thimm, Schumacher Packaging oder Klingele senkt den Stückpreis, bindet aber Kapital und Lagerfläche.
- Händler wie RAJA Deutschland, ratioform und Schäfer Shop liefern kleine Mengen kurzfristig, verlangen dafür einen Aufschlag.
- Verglichen werden Preis netto, Mindestabnahmemenge, Lieferzeit in Werktagen und Service.
- Faltschachteln, Wellpappe, Folien und Etiketten haben je eigene Direkt- und Händlerkonditionen.
- Ab Jahresmengen von mehreren Paletten entscheidet die Gesamtrechnung, nicht der Einzelpreis.
Direktbezug: Werkspreis mit Auflage
Faltschachteln, Wellpappe und Etiketten ordern Einkaufsleiter direkt bei Herstellern wie Schumacher Packaging aus Ebersdorf bei Coburg, der Thimm Group aus Northeim oder den Klingele Papierwerken aus Remshalden. Bei Folien gehören SÜDPACK aus Ochsenhausen und Mondi mit deutschen Werken zu den Direktlieferanten, bei Etiketten HERMA aus Filderstadt und All4Labels.
Verhandelt werden Werkspreise, Mengenstaffeln und Sonderformate. Die Mindestabnahme liegt bei Standardformaten häufig bei einer Palette, bei Sonderzuschnitten bei einer kompletten Produktionscharge. Rüstzeit, Werkzeugbau und Bemusterung kalkuliert der Hersteller in die Auflage ein.
Der Vorteil liegt im Stückpreis netto, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Dazu kommen Formatentwicklung und die Abstimmung auf vorhandene Verpackungsmaschinen. Der VDMA beschreibt Typen und Investitionskosten von Verpackungsmaschinen, deren Bahnbreiten und Schachtelabmessungen die Lieferanten berücksichtigen müssen.
Die Kehrseite sind Kapitalbindung, Lagerfläche und starre Mindestmengen. Ändert sich das Sortiment, bleibt Restware liegen. Ersatzbeschaffung außerhalb der vereinbarten Abrufe lässt sich kurzfristig kaum abbilden.
Händlerbezug: Verfügbarkeit mit Aufschlag
Händler bündeln Ware mehrerer Hersteller und halten sie vor. RAJA Deutschland, ratioform aus der TAKKT-Gruppe und Schäfer Shop führen Kartonagen, Stretchfolie, Klebeband und Paletten in einem Katalog. Bestellt werden einzelne Kartons, Rollen oder gemischte Paletten, geliefert wird häufig innerhalb weniger Werktage.
Der Aufschlag auf den Netto-Listenpreis deckt Lagerhaltung und Kommissionierung. Für Ersatzbeschaffung, Testläufe und saisonale Spitzen bleibt dieser Weg kalkulierbar. Sonderanfertigungen außerhalb des Katalogprogramms laufen dagegen über den Hersteller.
Ein Preisvergleich ohne Serviceanteil greift zu kurz. Wer Kommissionierung und Lager selbst übernimmt, braucht Personal und Fläche. Diese Kosten erscheinen beim Händler als Aufschlag auf der Rechnung. Materialwahl und Mehrwegquote wirken zusätzlich auf die Gesamtkosten; das Umweltbundesamt erläutert Anforderungen und Bewertungsfragen zu Verpackungen.
Rahmenverträge bündeln den Bedarf über zwölf Monate und sichern Preise. Sie passen zu beiden Wegen: mit dem Hersteller für Grundmengen, mit dem Händler für laufende Abrufe. Zahlungsziele von 30 Tagen netto sind verhandelbar.
Vergleichskriterien nebeneinander
| Kriterium | Direkt beim Hersteller | Über den Händler |
|---|---|---|
| Preis netto je Stück | Werkspreis mit Mengenstaffel | Listenpreis plus Aufschlag, auch für Einzelstücke |
| Mindestabnahme | eine Palette oder eine Produktionscharge | eine Lage, ein Karton, eine Rolle |
| Lieferzeit | ab Werk, bei Sonderformaten mehrere Wochen | ab Lager, häufig zwei bis fünf Werktage |
| Service | Formatentwicklung, Werkzeugbau, Maschinenabstimmung | Kommissionierung, Mischpaletten, Ersatzbeschaffung |
| Sortiment | ein Material, ein Verfahren | mehrere Materialien gebündelt |
| Beispiele | Thimm, Schumacher Packaging, SÜDPACK, HERMA | RAJA Deutschland, ratioform, Schäfer Shop |
Die Preisentwicklung bei Vorprodukten aus Karton, Folie und Glas lässt sich mit den Konjunktur- und Strukturdaten einordnen, die das Statistische Bundesamt unter Industrie, Verarbeitendes Gewerbe veröffentlicht. Für die Lieferantenbewertung zählen zusätzlich Zahlungsziel, Reklamationsquote und die Fähigkeit, Sonderformate zu liefern.
Rechenbeispiel über zwölf Monate
Ein Betrieb benötigt 60.000 Faltschachteln im Jahr. Angenommene Modellwerte: im Direktbezug kostet die Schachtel 0,18 Euro netto, dazu kommen 1.500 Euro netto im Jahr für zusätzliche Lagerfläche. Die Jahressumme liegt damit bei 12.300 Euro netto.
Über den Händler kostet die Schachtel angenommen 0,23 Euro netto, eigene Lagerfläche entfällt. Die Jahresrechnung liegt bei 13.800 Euro netto. Die Differenz beträgt 1.500 Euro netto, umgerechnet 2,5 Cent je Schachtel. Alle Werte sind netto, 19 Prozent Umsatzsteuer kommen hinzu.
Der Vergleich kippt, wenn die Jahresmenge unter 20.000 Stück fällt. Dann ist die Mindestabnahme nicht erreichbar, und der Hersteller berechnet Rüstzuschläge. Bei hoher Lieferfrequenz verschiebt sich die Rechnung zusätzlich, weil jeder Abruf Transportkosten auslöst.
Lieferant in fünf Schritten prüfen
- Bedarfsmengen, Formate und Verbrauch der letzten zwölf Monate auswerten.
- Staffelpreise netto, Mindestabnahmemenge und Lieferzeit in Werktagen schriftlich anfordern.
- Handelsregisterauszug und Jahresabschluss prüfen; Unternehmensdaten lassen sich über die Suche im Bundesanzeiger nach Verpackungslieferanten recherchieren.
- Muster ordern und auf der eigenen Verpackungsmaschine testen.
- Gesamtrechnung aus Preis, Lagerkosten und Serviceaufwand gegenüberstellen.
Häufige Fragen
Wann lohnt sich der Direktbezug?
Bei stabilen Jahresmengen und gleichbleibenden Formaten, etwa für Faltschachteln aus einer Serie. Dann sinken Stückpreis und Rüstkostenanteil je Einheit.
Wie hoch sind übliche Mindestabnahmemengen?
Das hängt von Material und Verfahren ab. Bei Standardkartons liegt die Grenze oft bei einer Palette, bei Sonderzuschnitten bei einer Produktionscharge. Verbindliche Werte stehen im Angebot.
Wie lange dauert die Lieferung?
Händler liefern ab Lager häufig in zwei bis fünf Werktagen. Hersteller produzieren ab Werk; bei Sonderanfertigungen dauert es mehrere Wochen.
Welche Unterlagen sollte ein Lieferant vorlegen?
Handelsregisterauszug, Zertifikate zu Qualität und Hygiene sowie Angaben zu Material und Recyclinganteil.
Hilft eine Ausschreibung bei der Entscheidung?
Ja, wenn sie Kriterien gewichtet. Preise netto, Lieferzeit, Mindestmenge und Service getrennt abfragen und die Gewichtung vorher festlegen.