Verpackungslieferanten
Teil von Verpackungslieferanten finden und bewerten: Kriterien und Quellen
Kosten für Verpackungslieferanten: Preise, Lieferung und Verträge
Kosten für Verpackungslieferanten: reale Anbieter, Materialpreise, Fracht, Rüstkosten und Verträge mit Beispielrechnungen in Euro und 19 Prozent Umsatzsteuer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Gesamtpreis besteht aus Materialpreis, Fracht, Rüstkosten und Werkzeugkosten, jeweils netto plus 19 Prozent Umsatzsteuer.
- Wellpappe liefern Hersteller wie Smurfit Kappa, DS Smith, Mondi, Thimm, Klingele oder Schumacher Packaging, Kleinstmengen kommen von Großhändlern wie ratioform und Kaiser+Kraft.
- Preisgleitklauseln der Wellpappe richten sich am Altpapierindex des Verbands der Wellpappen-Industrie aus.
- Transportverpackungen sind von der Systembeteiligung nach dem Verpackungsgesetz ausgenommen, Verkaufsverpackungen nicht.
- Verpackungsmaschinen von MULTIVAC, Syntegon, ROVEMA oder Schubert kosten netto zwischen 60.000 und 500.000 Euro.
Materialpreise: Hersteller, Großhändler, Staffeln
Wellpappe ordern Produktionsbetriebe palettenweise direkt bei Herstellern wie Smurfit Kappa, DS Smith, Mondi, Thimm, Klingele oder Schumacher Packaging. Diese Lieferanten arbeiten mit Mindestabnahmemengen und Preisgleitklauseln. Standardsorten und kleine Mengen liefern Verpackungsgroßhändler: ratioform, die Versandhandelssparte der RAJA Deutschland mit Sitz in München, und Kaiser+Kraft in Stuttgart weisen Nettopreise je Stück aus.
Marktübliche Bandbreiten, keine Angebotspreise: Ein Versandkarton aus Wellpappe mit 400 x 300 x 200 Millimetern kostet in der 100er-Staffel netto etwa 0,60 bis 1,20 Euro je Stück. PE-Folie von Anbietern wie Papier-Mettler, SÜDPACK oder Klöckner Pentaplast liegt netto bei 1,80 bis 2,40 Euro je Kilogramm. Ab zehn Tonnen Abnahme sinkt der Kilogrammpreis um rund zehn Prozent.
Als Verhandlungsbasis dienen Branchendaten. Das Statistische Bundesamt führt Konjunktur- und Strukturdaten für die Verpackungsindustrie. Einen Materialvergleich von Papier, Kunststoff und Verbundstoffen veröffentlicht das Umweltbundesamt.
Beispielrechnung mit angenommenen Konditionen: PE-Folie kostet bei kleiner Abnahme 2.400 Euro netto je Tonne, ab zehn Tonnen 2.150 Euro netto. Die Tonne verteuert sich um 250 Euro netto, also rund zehn Prozent. Auf 2.150 Euro netto entfallen 408,50 Euro Umsatzsteuer, der Bruttobetrag liegt bei 2.558,50 Euro.
Fracht, Palettenpfand und Freihausgrenzen
Frachtkosten berechnen Lieferanten nach Palettenstellplätzen, Gewicht oder Kilometern, teils als Pauschale je Lieferung. Für Europoolpaletten fällt Pfand an, das beim Tausch zurückfließt, bei Verlust aber Kosten bleibt. Teilladungen und Expresslieferungen erzeugen Zuschläge.
Incoterms legen fest, wer die Fracht trägt. Bei DAP trägt der Lieferant die Kosten bis zum Zielort, bei EXW der Käufer. Prüfen Sie deshalb, ob der Angebotspreis die Fracht enthält.
Freihausgrenzen wirken als Verhandlungshebel. Beispielrechnung mit angenommenen Konditionen: Bei einem Auftragswert von 1.500 Euro netto und einer Freihausgrenze von 2.000 Euro berechnet der Lieferant 85 Euro netto Fracht, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 101,15 Euro brutto. Vier Lieferungen im Jahr kosten 340 Euro netto zusätzlich.
Rüstkosten, Werkzeugkosten und Zahlungsziele
Rahmenverträge regeln Mindestabnahmemengen, Rüstkosten und Werkzeugkosten. Rüstkosten fallen je Produktionswechsel an, üblich sind 150 bis 600 Euro netto pro Rüstvorgang. Werkzeugkosten für Sonderformate berechnet der Lieferant einmalig und rechnet sie über die Stückzahl ab. Mindermengenzuschläge greifen unterhalb der vereinbarten Menge.
Zahlungsziele von 30 Tagen und zwei Prozent Skonto bei Zahlung binnen zehn Tagen sind marktüblich. Bei 5.000 Euro netto bringt Skonto 100 Euro netto, brutto 119 Euro. Preisgleitklauseln koppeln den Preis an Rohstoff- und Energieindizes und wirken in beide Richtungen. Kündigungsfristen von drei bis sechs Monaten sind üblich.
Vor dem Rahmenvertrag lohnt die Prüfung der Bonität. Jahresabschlüsse und Kennzahlen einzelner Hersteller stehen als Unternehmensdaten im Bundesanzeiger.
Investitionskosten für Verpackungsmaschinen
Maschinen bilden einen eigenen Kostenblock. Schlauchbeutelmaschinen von ROVEMA oder Syntegon in Waiblingen kosten netto 60.000 bis 250.000 Euro. Kartonierer und Endverpacker von Gerhard Schubert in Crailsheim oder IWK Verpackungstechnik in Stutensee liegen netto zwischen 150.000 und 500.000 Euro. Tiefziehmaschinen von MULTIVAC in Wolfertschwenden kalkulieren Betriebe projektbezogen. Der VDMA beschreibt Typen, Normen und Investitionskosten von Verpackungsmaschinen.
Rechenbeispiel: Gesamtkosten einer Lieferung
Angenommen werden 10.000 Faltschachteln zu 0,42 Euro netto je Stück, Fracht von 120 Euro netto und Rüstkosten von 300 Euro netto.
Show the numbers
| Material, 10.000 Stück | 79,800 |
|---|---|
| Fracht | 2,280 |
| Rüstkosten | 5,700 |
| Summe | 87,780 |
Der Stückpreis steigt von 0,42 Euro netto auf 0,462 Euro netto, ein Plus von zehn Prozent. Zwölf Lieferungen im Jahr summieren sich auf 55.440 Euro netto. Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ist die Umsatzsteuer kein Kostenfaktor, sie bindet Liquidität.
Häufige Fragen
Welche Positionen kommen auf den Nettopreis?
Fracht, Rüstkosten, Werkzeugkosten und Palettenpfand. Auf den Nettobetrag folgt die Umsatzsteuer von 19 Prozent.
Sind Transportverpackungen systembeteiligungspflichtig?
Nein. Nach dem Verpackungsgesetz sind Transportverpackungen von der Systembeteiligung ausgenommen. Verkaufsverpackungen müssen bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister registriert und an einem dualen System beteiligt werden.
Wo finde ich Preise und Daten realer Lieferanten?
Listenpreise für Standardartikel stehen in den Onlineshops von ratioform und Kaiser+Kraft. Abschlüsse und Kennzahlen der Hersteller stehen im Bundesanzeiger.
Wie oft darf der Lieferant den Preis anpassen?
Das regelt die Preisgleitklausel. Üblich ist eine Anpassung je Quartal oder Halbjahr, gebunden an einen Rohstoffindex.